Die Physiotherapie (Krankengymnastik) ist ein nach der ärztlichen Diagnose verordnetes Heilmittel, bestehend aus vielen unterschiedlichen Therapieformen. Sie verfolgt das Ziel, die größtmögliche Bewegungs- und Funktionsfähigkeit im körperlichen und im geistigen Sinne zu erhalten oder wiederherzustellen. Fehlentwicklungen, Verletzungsfolgen, Funktionsstörungen der Haltungs- und Bewegungsorgane sowie innerer Organe und des Nervensystems sollen mit Hilfe aktiver oder passiver Maßnahmen wiederhergestellt, verbessert oder reduziert werden.

Bei der Manuellen Therapie handelt es sich um ein spezielles physiotherapeutisches Untersuchungs- und Behandlungskonzept für Dysfunktionen des Bewegungssystems unter biopsychosozialer Sicht. Oberstes Ziel ist hierbei die Reduktion von Schmerzen und die Verbesserung der funktionellen Belastbarkeit. Durch spezielle Griffe wird versucht, Dysfunktion zu beseitigen bzw. zu vermindern. Dabei kommen sowohl aktive wie auch passive Methoden zum Einsatz. Verkürzte muskuläre und neurale Strukturen werden gedehnt, zu schwache Muskulatur wird gekräftigt.

Hier handelt es sich um ein Therapiekonzept, das bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen mit Bewegungsstörungen eingesetzt wird. Diese beinhalten angeborene oder erworbene Störungen des zentralen Nervensystems, sensomotorische Auffälligkeiten sowie andere kognitive Erkrankungen. Es ist ein ganzheitliches Konzept, bei dem Eltern und Angehörige miteinbezogen werden, und besteht weder aus Techniken noch Übungen. Die Therapie basiert auf einer individuellen Umfeldgestaltung, so dass Behandlungsziele erreicht werden können. Durch Stimulation des Patienten und konsequente Förderung können so unterbrochene Verbindungswege im Gehirn neu gebahnt werden. Zu diesem Konzept zählt auch die Beratung von Hilfsmitteln wie zum Beispiel Rollstühle und Orthesen.

KPE – Komplexe Physikalische Entstauungstherapie Die Manuelle Lymphdrainage ist eine spezielle Massagetherapie zur Aktivierung des Lymphabflusses bzw. zur Entstauung des Gewebes bei ausgeprägten lymphatischen Erkrankungen. Das primäre Ziel ist hierbei die Entstauung sowie die Verbesserung des lymphatischen Rückflusses, der aktiven Venen-Muskel-Pumpe, des Hautund Unterhautstoffwechsels sowie die Vermeidung weiterer Sekundärkomplikationen (Heilmittelrichtlinien 2011). Angewendet wird die MLD bei Ödemen aller Art. So z.B. nach einer OP oder einem Unfall, nach Krebsoperationen mit Lymphknotenentfernungen aber auch bei Migräne oder anderen Erkrankungen mit Lymphabflussstörungen. Durch angenehme rhythmische, kreisende und pumpende Bewegungen der Handflächen wird die angestaute Flüssigkeit in Richtung der zuständigen Lymphknotenstation transportiert und über das venöse System schließlich abtransportiert. Als Folge kommt es zu einer Abschwellung des Gewebes. Dadurch werden Schmerzen gelindert, der bestehende Druck im Gewebe nimmt ab und die Haut fühlt sich lockerer und weicher an.

Diese Behandlungsform wird zu den alternativmedizinischen Behandlungsverfahren gezählt. Bei dieser Art von Massage werden drucksensible Zonen zur Befunderhebung oder therapeutisch stimuliert. Die Befürworter gehen davon aus, dass die Methode in der Schmerztherapie und bei Durchblutungsstörungen ihre Berechtigung findet. Die Reflexzonen (z.B. die Zonen an den Fußsohlen) sollen alle Organe und Muskelgruppen auf der Hautoberfläche spiegeln.

Diese besondere Art der manuellen Therapie kommt zur Anwendung bei Klump-, Sichel-, Knick- und Senkfüßen.

Bei der Elektrotherapie wird die Kraft elektrischer Ströme oder Stromimpulse (nieder-mittel- oder hochfrequent) genutzt, um die natürlichen Heilungsvorgänge im Körper zu aktivieren, zu unterstützen oder zu beschleunigen. Je nach Stromart können verschiedene Wirkungen erzielt werden. So kommt es im Körper zu einer Schmerzlinderung, Durchblutungsverbesserung, Tonisierung oder Detonisierung bestimmter Muskulatur oder auch zur Beeinflussung vegetativer Vorgänge.

Eine Behandlung im Schlingentisch eignet sich zur Kombination mit anderen Therapieformen wie zum Beispiel der Manuellen Therapie. Während einer Behandlung im Schlingentisch werden Extremitäten, Kopf oder Becken in Schlingen liegend aufgehängt. Durch Zug (Traktion) kommt es zu Muskelentspannung (Detonisierung), Druckminderung, Entlastung von Gelenken und komprimierten Nervenwurzeln.

In der Physiotherapie wird oft die Wärme oder Kälte in Kombination zu anderen Therapieformen eingesetzt. Sie dient der Vorbereitung oder Ergänzung von anderen Therapieformen und kann dabei nur lokal aber auch am gesamten Körper in unterschiedlicher Form angewendet werden.
Die Kältetherapie findet oft nach Operationen oder bei entzündlichen Prozessen ihren Einsatz. Je nach Befund verwendet man Kurzzeit-oder Langzeiteis. Auch die Anwendungsform kann sehr unterschiedlich sein: z.B. als Kühlpack, Eisspray, Kompressen oder als Eisbad. Die Kältetherapie ist je nach Temperatur und Dauer der Anwendung verschieden. Sie wirkt entzündungshemmend, schmerzlindern und verbessert zudem die Durchblutung.
Die Wärmetherapie wir oft neben der Klassischen Massage, Krankengymnastik und Manuellen Therapie als unterstützende Maßnahme verschrieben. Sie hat eine durchblutungsfördernde, schmerzlindernde Wirkung und entspannt die Muskulatur und das umgebende Gewebe. Auch hierbei kann die Anwendungsmethode sehr unterschiedlich sein. Entweder in Form von Heißluft (Infrarot) oder als Fango (Naturmoorpackung).

Kinesio-Tape
Bei einem Kinesio-Tape handelt es sich um die Anlage eines elastischen, selbstklebenden, therapeutischen Tapes auf der Haut. Dabei gibt es verschiedene Anlagetechniken, die jeweils eine andere Wirkung erzielen. Es bietet sich bei Erkrankungen der Muskeln (Muskelverspannung, Muskelzerrung), der Sehnen und des Skeletts an. Entsprechend der Kinesiologie werden dazu unterschiedliche Farben gewählt. Die KinesioTapes bewirken durch eine reflektorische Wirkung eine Erhöhung der Blutund Lymphzirkulation und beschleunigen dadurch den Heilungsprozess oder die Leistungsfähigkeit der Muskulatur im Wettkampf oder Alltag.
Klassisches Tape
Das klassische Tape wird vor allem im Sportbereich oder in der Prävention und Rehabilitation eingesetzt. Gerade nach Sportverletzungen (Kapsel-Bänderriss oder Bänderdehnung) soll mit Hilfe des Tapes die Bewegungsamplitude der verletzten Struktur dauerhaft oder über eine bestimmte sportliche Phase hinweg eingeschränkt werden. Auch wird es immer öfter zur Stabilisierung von Gelenken im Beruf oder der Freizeit eingesetzt. Das Tape stellt dabei die behandelten Gelenke oder Muskeln nicht vollständig ruhig, sondern verhindert nur unerwünschte oder übermäßige Bewegungen. Im Gegensatz zum Kinesio-Tape besteht das klassische Tape aus einem sehr unelastischen und festen Material.

Die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF) ist eine dreidimensionale Behandlungsmethode und wird bei Patienten mit Bewegungsstörungen in allen medizinischen Bereichen angewandt. Dabei handelt es sich um Störungen, die durch eine Erkrankung, Verletzung oder Operation ausgelöst werden können. Diese Technik nutzt Rezeptoren (Sensoren am Körper, die Reize verarbeiten), um Bewegung zu erzeugen und die Information dieser Bewegung dann an das zentrale Nervensystem weiterzuleiten. Ziel des PNF ist es durch verstärkte Stimulation (angepasster Widerstand) Bewegungsmuster auszulösen, die an andere Körperabschnitte weitergeleitet werden.

Hierbei wird die krankengymnastische Behandlung an Geräten durchgeführt. Der Therapeut erstellt individuelle Trainingspläne unter Berücksichtigung der Trainingslehre (Ausdauer, Beweglichkeit, Kraft und Koordination). Grundlage bildet hierbei ein Eingangsbefund, um notwendige Daten über Belastbarkeit, Stabilität und Ausdauer und Beweglichkeit zu erhalten. Ziel dieser speziellen Therapie ist die Schulung funktioneller Bewegungsabläufe und die Verbesserung der Leistungsfähigkeit.

Diese Methode kommt bei Störungen des zentralen Nervensystems (ZNS) und des Haltungs-und Bewegungsapparates zum Einsatz. Die Vojtatherapie hat ihren Platz nicht nur im Säuglings- und Kleinkindalter sondern auch im Erwachsenenalter. Allerdings ist das ZNS im Kindesalter noch wesentlich formbarer. Man geht davon aus, dass die Bewegungsabläufe im Gehirn genetisch gespeichert sind, welche beim behinderten Kind auch angelegt jedoch blockiert sind. Die Auslösung der Bewegungsmuster erfolgt aus den 3 Grundpostionen Bauch-, Rücken- und Seitenlage. Durch gezielten Druck auf bestimmte Körperzonen in genau definierten Ausgangsstellungen werden komplexe Bewegungen ausgelöst. Diese werden „Reflexkriechen“ und „Reflexumdrehen“ genannt und gehören zu den Grundbausteinen der menschlichen Fortbewegung. Durch kleinste Veränderungen in der Vorgehensweise wird die Therapie dem jeweiligen Krankheitsbild angepaßt.

Bei einer Cranio-mandibulären Dysfunktion handelt es sich um strukturelle, funktionelle und biomechanische Fehlregulationen der Muskel- oder Gelenkfunktion der Kiefergelenke. Die Beschwerden der CMD-Patienten können hierbei sehr unterschiedlich sein. Oft klagen sie über Schmerzen im Gesicht und Kieferbereich, Kopfschmerzen, Nackenverspannungen oder über Probleme bei der Mundöffnung oder Mundschließung. Aber auch Zähneknirschen, Schwindelattacken oder Tinnitus sind keine Seltenheit. Genauer betrachtet handelt es sich hierbei um Schmerzen der Kaumuskulatur, Verlagerungen der Knorpelscheibe im Kiefergelenk selbst und um entzündliche oder degenerative Prozesse im Kiefergelenk. Nach einem manualtherapeutischen Eingangsbefund werden durch spezielle physiotherapeutische Techniken unter Anderem Verspannungen gelöst, die Kiefergelenke mobilisiert und zu schwache Strukturen gekräftigt.